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Behandlungsmöglichkeiten von Alzheimer-Demenz

Von der Krankheit zerstörte Nervenzellen können nicht wieder hergestellt werden, eine Heilung ist somit nicht möglich. Ebenso gibt es keine wirksame Therapie, um den Zellverfall vollkommen zu stoppen. Dennoch können einige Medikamente, verschiedene Übungen (körperliche Aktivität, Gedächtnis-, Orientierungs- und Alltagstraining) und begleitende psychotherapeutische Maßnahmen den Verlauf der Erkrankung verlangsamen, die Selbständigkeit möglichst lange erhalten und die Symptome mildern.

Bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz (Richtwert MMSE 11-26) haben sich so genannte Cholinesterase-Hemmer bewährt:

Durch die Beschädigung der Nerven wird zu wenig von dem Botenstoff Acetylcholin produziert. Dieser ist eine wichtige Überträgersubstanz im Gehirn für das Gedächtnis, die Orientierung, das Denken allgemein. Um möglichst viel von diesem Stoff zu erhalten, ist es notwendig, den Abbau des Acetylcholins zu hemmen. Dies erledigen die so genannten Acetylcholinesterase-Hemmer, indem sie das entsprechende Enzym blockieren. Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit der Acetylcholinesterase-Hemmer sind heutzutage sehr gut erforscht.
Eine entsprechende Behandlung führt bei Alzheimer-Demenz-Patienten dazu, dass Alltagsfähigkeiten weniger rasch verloren gehen und eine intensive Pflegebedürftigkeit des Patienten erheblich später eintritt. Cholinesterase-Hemmer werden in Österreich zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz eingesetzt und sind als folgende Substanzen erhältlich:
Donepezil
Galantamin
Rivastigmin

Bei dem Medikament, das bei mittelschwerer und schwerer Alzheimer-Demenz (Richtwert MMSE 3-14) eingesetzt wird, handelt es sich um einen NMDA-Rezeptor-Antagonisten:

Um diesen Wirkmechanismus zu verstehen, ist es wichtig, zuvor die Bedeutung des Glutamats zu erkennen: Glutamat ist der häufigste Botenstoff im Gehirn und ermöglicht Lernvorgänge und das Einrichten des Gedächtnisses. Jeder Lernimpuls führt zu einer Ausschüttung von Glutamat – die angesprochenen Nervenzellen werden angeregt. Bei Alzheimer-Demenz ist die Glutamat-Konzentration im Gehirn generell erhöht ("Rauschen"). Das führt dazu, dass gezielte (Lern-)Impulse nicht mehr wahrgenommen werden können. Zudem sterben permanent gereizte Nervenzellen ab.

Ein Ort, an dem Glutamat wirkt, ist der NMDA-Rezeptor (N-Methyl-D-Aspartat). Eine sinnvolle Strategie gegen die Überladung mit Glutamat ist es, besagten Rezeptor zu blockieren. Wenn dieser völlig blockiert wird, ist keine Reizübertragung mehr möglich. Memantin ist ein Wirkstoff, der den Rezeptor nur so lange blockiert, bis ein gezielter Reiz auftritt. Daher wird einerseits das Rauschen vermieden, andererseits werden Lernfähigkeit und Zugriff auf Gedächtnisinhalte ermöglicht. Darüber hinaus wird das Absterben der Nervenzellen verhindert.

Der NMDA-Rezeptor-Antagonist Memantin ist von Lundbeck Austria erhältlich.

Behandlung der Begleitsymptome

Weitere Medikamente können gegen Begleiterscheinungen wie Angst, Schlaflosigkeit, Unruhe und Depression eingesetzt werden, was für den Patienten eine Verbesserung der Lebensqualität nach sich ziehen kann.

Andere Formen der Behandlung

Substanzen wie Ginkgo biloba und Vitamin E sind die am häufigsten genannten natürlichen Mittel. Derartige Präparate werden von manchen Menschen als hilfreich empfunden. Es ist diesbezüglich aber sehr wichtig, alle Möglichkeiten mit einem Arzt zu durchzugehen und stets Rücksprache zu halten, bevor irgendwelche Substanzen eingenommen werden.
Um die Symptome der Alzheimer-Demenz zu lindern, sollten auch andere Methoden zur Anwendung kommen: Beispielsweise kann die Umgebung des Patienten angenehm gestaltet werden (hell, freundlich, übersichtlich und bewegungsfreundlich), um Gefühle der Depression, der Angst und der Orientierungslosigkeit zu verringern. Auch Entspannungsmethoden wie z.B. Massagen können von Vorteil sein. Das Zeigen von Zuneigung kann helfen, anstrengende Zeiten zu erleichtern.

Wichtig: Da der Patient, der das Medikament einnimmt, an Gedächtnisstörungen leidet, ist es von Bedeutung, dass eine andere Person überprüft, ob die Einnahme regelmäßig und nach den Anweisungen des Arztes erfolgt.


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Text auf eine Umsetzung der geschlechtssensiblen Schreibweise verzichtet. Alzheimer-Demenz betrifft Frauen und Männer gleichermaßen und auch die Betreuung wird von Frauen und Männern übernommen. Ebenso gibt es zahlreiche Ärztinnen und Therapeutinnen! Wir bitten um Verständnis!

Weiterführende Links:
»  Moderne Arzneien empfohlen (Nachricht 04.02.05)



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