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Forschung: Dicker Bauch, höheres Risiko?

Einem möglichen Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer-Demenz sind Forschende aus den USA auf der Spur: Wissenschaftstreibende der Boston University School of Medicine wollen festgestellt haben, dass ein ausgeprägter Bauch mit dem Erkrankungsrisiko in Verbindung steht. Dass starkes Übergewicht in mittlerem Alter die Wahrscheinlichkeit für Morbus Alzheimer erhöht, sei schon länger bekannt, schreibt die Bostoner Gruppe in den "Annals of Neurology". Ihrer Studie zufolge scheint jedoch speziell das viszerale Bauchfett – also Fettanlagerungen um die Baucheingeweide – mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden zu sein.

In der Untersuchung mit über 700 Personen im Durchschnittsalter von 60 Jahren stellten Sudha Seshadri und Kollegen Folgendes fest: Ein hoher Body-Mass-Index im Allgemeinen und große Mengen Bauchfett im Besonderen standen mit einem geringeren Hirnvolumen in Zusammenhang – und dieses wiederum dürfte mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko verbunden sein. "Wenngleich diese Ergebnisse vorläufig sind, könnten sie unser Verständnis jener Mechanismen verbessern, die der Beziehung zwischen Fettleibigkeit und Demenz zugrunde liegen – mit potenziell wichtigen Auswirkungen für Strategien der Vorbeugung", erklärt Studienleiterin Seshadri.

Schlecht fürs Herz, schlecht fürs Hirn

Susanne Sørensen von der britischen Alzheimer’s Society sieht in der aktuellen Forschung ebenfalls aufschlussreiche Erkenntnisse: "Wir haben alle davon gehört, dass ein Bierbauch schlecht für unser Herz sein kann, aber diese Studie legt nahe, dass das Herumtragen von übermäßigem Bauchfett auch das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen könnte." Dies sei durchaus nachvollziehbar, meint Sørensen. Denn ein großer Bauch sei verbunden mit einer Neigung zu Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und Diabetes mellitus – allesamt Risikofaktoren für Demenzerkrankungen.

Forschende vom Medical Center in New York City berichten indes im Fachjournal "Heart Rhythm" von einem weiteren möglichen Risikofaktor für Alzheimer: In einer Studie mit über 37.000 Personen fanden sie heraus, dass Vorhofflimmern - die häufigste Form der Herzrhythmusstörung - mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für alle Formen von Demenz einhergeht. "Damit fügen wir dem Weg zu einem besseren Verständnis der Bedeutung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als einem grundlegenden Risikofaktor für Demenzerkrankungen einen weiteren Pflasterstein hinzu", meint Studienleiter Gary Kennedy.

Quelle: NetDoktor.at



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